Heiko Sievers – Mushroom of the day – Strümpfe Jungbusch

Jeden Tag ein Pilz – was denn sonst

Im supper art club Strümpfe zeigt Heiko Sievers derzeit sein Tagesgeschäft

bis zum 24.3.2017

„Pilzomania“ könnte man das künstlerische Treiben von Heiko Sievers auch nennen – seit acht Jahren erschafft er täglich ein Pilz-Bild. Er selbst nennt das Projekt Mushroom oft he day. Wie es dazu kam, weiß er selbst nicht mehr so genau, außer dass ihn Pilze schon immer faszinierten. Sämtliche Bilder – mittlerweile über 1.500 – werden chronologisch auf dem dazugehörigen Blog http://mushroom-of-the-day.blogspot.de/ eingestellt und archiviert.
Noch bis Ende März zeigt die Galerie Strümpfe eine wunderbare Auswahl der Pilzkreationen. Dem Besucher wird schnell klar, dass in dem Motiv mehr steckt, als zunächst vermuten lässt. Es entpuppt sich als enorm wandlungsfähig. Vor allem in der hochaktuellen Politikerserie, die er auf seinem Blog unter „Rotting Politicians“ auch als Set in einer Box anbietet, zeigt er die unschönen Seiten der Politgrößen. Da ist beispielsweise eine Zeichnung von Donald Trump zu sehen, dem anstatt des Zeusblitzes, eine pilzartige Wolke aus dem Finger schießt – und sogleich assoziiert man das mit einem hochinfektiösen Virus, dem kaum zu entkommen ist. Einem Sarkozy wachsen grünliche Pilzgeschwüre zwischen dem Deckhaar, einem Putin ein ähnliches Gewächs auf der Stirn, Boris Johnsons ganzer Kopf wird umschwirrt von kleinen Pilzsporen und Frauke Petry’s Kopf ist gleich einem noblessen Hütchen garniert mit einem braunen, förmlich übelriechenden Pilzhaufen. Die Motivfindung ist in dieser Serie vielmehr ironisch karikierend, denn abstoßend – ein bisschen möchte man mitunter applaudieren.

In anderen Kompositionen streckt ein Steinpilz dem Betrachter die Zunge heraus, dann wieder steht ein Pilz Kopf oder liegt auf der Pizza herum. In seiner Picasso-Serie drückt Sievers immer wieder „Picassos Musen“ einen Pilz in die Hand.

 

In der Serie die Rückkehr der Monster verfremdet er auf sehenswert witzige Weise alte Feder-zeichnungen und Kupferstiche des lothringischen Künstlers Jacques Callot, der im 16. Jahrhundert lebte.

In seiner Hitchcock-Serie, die wie ein Comic daherkommt, treffen wir auf bekannte Figuren aus Filmen wie Fenster zum Hof, die Vögel oder der unsichtbare Dritte. Es ist erstaunlich wie vertraut die Filmausschnitte daherkommen, obgleich Sievers in die nachgezeichneten Szenen jede Menge Pilze mogelt.

Die Ausstellung ist ein Muss nicht nur für jeden Pilzsammler, sondern für jeden, der Spaß an der Ironisierung von Politik, Kultur und Gesellschaft findet.


Öffnungszeiten Galerie Strümpfe:
Mi & Do   nach Vereinbarung, Telefon: 0621-86251047
Fr   20 – 02 Uhr
www.struempfe-jungbusch.de
Jungbuschstraße 3, 68159 Mannheim

 

Submit a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.