IM DIALOG BLEIBEN – Was war? Was ist. Was wird?, Kunst Kompetenz Petra Kern, S4, 17 Naumer Architekten

Norbertine von Bresslern-Roth, Jürgen Heinz, Jonathan Huxley, Jana & JS, Joana Jesse, Jörg Kraus, Wilhelm Kuhnert, Jérome Lagarrique, Alain Le Boucher, Markus Magenheim, Esther Miranda, Johannes Nawrath, Nadine Liesse, Claudia Pense, Hieronymus Proske, Jesus Miguel, Rodriguez de la Torre, Manfred Schatz, Conrad Sevens, Karen Shahverdyan, Susanne Storch, Migu Michael Syed, Bernhard Vogel, Stefanie Welk, Hilla Wolf-Wagner

bis 11.10.2020

In ihrer aktuellen Ausstellung „IM DIALOG BLEIBEN – Was war? Was ist. Was wird!“ zeigt Kunst Kompetenz Petra Kern ausgesuchte Arbeiten aus ihrem Programm. Dabei wird ein Bezug zur aktuellen Pandemie hergestellt und die Werke orientieren sich an diesem allumfassenden Thema. Die Dreiteilung im Ausstellungstitel findet sich auch in der Ausstellung wieder, thematisch und farblich zugeordnet führt der Rundgang wie ein Zeitstrahl durch Vergangenes, Gegenwärtiges und bietet einen Ausblick auf kreatives künstlerisches Schaffen in schweren Zeiten. Im ersten Teil „Was war?“ werden drei Künstler vorangestellt, deren Werk und Wirkung eine Art Ankerpunkt für den aktuellen Bestand an Künstlern bedeuten: Wilhelm Kuhnert (1865-1926), Norbertine von Bresslern-Roth (1891-1978) und Manfred Schatz (1925-2004). Sie verkörpern den Einstieg in die Ausstellung in S4, 17 bei Naumer Architekten und es sind alte Bekannte. Alle drei waren bereits im Bestand der Galerie, die Petra Kern von ihrem Vater übernommen hatte.

Manfred Schatz

Den zweiten Teil bilden Werke von Künstlern, die einen direkten oder auch versteckten Bezug zur Schaffenszeit im Lockdown der Pandemie haben. Das mag sich in der Wahl der Motive zeigen, in politischen Bezügen oder aber einfach in Bildwirkungen, die emotional mit der Pandemie verknüpft sind. Die Potentaten in der „Troika IV“ von Karen Shahverdyan schreiten in trautem Gleichschritt vorwärtsgerichtet über einen Zebrastreifen. Der Narzisstischste von allen riskiert mit geschultertem Sakko und strahlend weißem Hemd einen Seitenblick zum Betrachter und hebt dabei die Hand zum Gruß. Vor und hinter ihm geht es ernster und steifer zu.  Das gleißend helle Hemd bietet aber keinen Ersatz für die sprichwörtliche weiße Weste. Die dunkle Farbe der Anzüge lässt erahnen welche Farbe die Seele der drei Dargestellten hat. Der Glanz des Hintergrundes ist trügerisch, es ist eher ein stimmungsvoller Abgesang. Sie werden ihre Machtposition zwar momentan noch halten, aber sie laufen aus dem Bild heraus. Und hoffentlich auch bald aus ihren Ämtern…

Karen Shahverdyan, Troika IV

Im Ausstellungsteil „Was ist.“ finden sich viele Momentaufnahmen, es sind aber nicht nur beklemmend wirkende Augenblicke wie die phantastischen, fotorealistischen Aquarelle von Markus Magenheim oder das wie ein analoges Fotonegativ gestaltete Selbstporträt von Jérome Lagarrique, sondern eben auch Farbiges, Helles und durchaus positiv Wirkendes wie die Bilder von Esther Miranda. Das Stimmungsbild, das von den Arbeiten der Künstler entworfen wird, ist vielschichtig und lässt tief blicken. Man findet sich wieder in den Arbeiten, sie decken die ganze Facette von Gefühlen, Ängsten, Hoffnungen und Stimmungen ab. Jeder einzelne trägt seinen Teil dazu bei, dass sich aus den einzelnen Positionen ein Gesamtbild ergibt, dass die Situation der bildenden Künstler abbildet.

„Was wird!“ ist der Teil mit dem Ausrufezeichen im Titel. Es ist keine Frage und kein Satz, es ist ein Statement. Die Künstler entwerfen in ihren Werken eine Weltsicht, die einen Ausblick gibt, die etwas erwachsen lässt und die Veränderung als Herausforderung und als mögliche Neuausrichtung sieht. Dies gilt für die kleinteiligen Figurenmalereien von Jonathan Huxley, die Drahtplastiken von Stefanie Welk oder die Stein- und Glasarbeiten von Claudia Pense. Die Werke stehen nicht so sehr für einen Neubeginn, sie sind Ausdruck einer gewachsenen Grundhaltung in einer schwierigen Situation seine künstlerischen Mittel zu nutzen und diese ganz bewusst einzusetzen.  Der Teil  „Was wird!“ ist also ein kreativer Tätigkeitsnachweis, ein selbstbewusster und selbstbestimmter Schaffensakt, der wieder mal zeigt, dass Kunst keine Grenzen hat und sich auch keine Grenzen setzen lässt.

www.petrakern.de

Kunst Kompetenz Petra Kern, S4, 17 (Naumer Architekten) 68161 Mannheim

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