Susanne Neiss – Playground – 20 Jahre Fotografie, Kunstverein Schwetzingen

Die surreal-impressionistische Erlebniswelt der Fotografin Susanne Neiß

Der Schwetzinger Kunstverein zeigt derzeit Arbeiten der Mannheimer Fotografin Susanne Neiß aus 20 Jahren Schaffensperiode. Zuletzt hatte sie im Palais Hirsch 1999 ausgestellt – anlässlich ihres Gewinns des Welde-Kunstpreises.

aus Spielende, 2010

Unter dem Ausstellungstitel playground sind 23 Fotoarbeiten aus den Serien somewhere (2002-2003), Sommer (2003), Alice (2007), Spielende (2010), ysland (2013) und blow (2015) zu sehen. Zum Werk der Künstlerin zählen 16 Serien mit durchschnittlich zehn Arbeiten. Etliche Arbeiten zeigt sie hier zum ersten Mal, obgleich die jüngsten Arbeiten bereits drei Jahre alt sind. Das schon ist ein Indiz für einen sehr bewussten und intensiven Schaffensprozess, der allen Serien zu Grunde liegt. Susanne Neiß fotografiert meist in klassischer Manier, das heißt analog und nicht digital. Erst in der Serie blow, die sie kürzlich in Teilen zum ersten Mal im Mannheimer Port25 der Öffentlichkeit zeigte, nutzt sie zwar auch die digitale Fotografie, indem sie am PC verschiedene Bildebenen übereinanderlegt oder Aufnahmen übermalt.

Prinzipiell aber – und das ist in der aktuellen Ausstellung gut sichtbar – ist ihre Arbeitsweise analog. Und das bedeutet, die Künstlerin beherrscht die Kamera und ihre Möglichkeiten im analogen Bereich virtuos. Sie komponiert ihre Szenerien direkt am Ort des Geschehens, nutzt gekonnt Tages- und Jahreszeiten und deren unterschiedliche Lichtverhältnisse, arbeitet häufig mit Langzeitbelichtung oder bewusstem Verwackeln. Das Ergebnis sind sinnliche und emotional eindringliche Szenerien mit einer intensiven Leuchtkraft. Um Motive zu finden, mit denen sie diese Erlebniswelten zum Ausdruck bringen kann, bedarf es einer besonderen Sensitivität für ihre Umwelt und der Natur. Und genau das ist es, was ihr handwerkliches Geschick zur Kunst werden lässt. Mit suchendem Blick bewegt sie sich durch ihre eigene Erlebniswelt und vermag jedem noch so kleinen Detail durch ihre veränderte Wahrnehmung neues Leben einzuhauchen. Bei diesem ganzen Prozess ist für die Künstlerin auch das Fühlen des fokussierten Bildausschnitts wichtig. Auf diese Weise gelingt es ihr konsequent, geheimnisvolle Szenerien und Lichtstimmungen zu kreieren, die auch im Kopf des Betrachters einen eigenen Film auslösen. Und diesem Kopfkino sollte man sich unbedingt aussetzen.

Die Ausstellung ist noch zu sehen bis 15. April 2018
Kunstverein Schwetzingen
Palais Hirsch
Schlossplatz 2
68723 Schwetzingen
Öffnungszeiten: Mi-So: 14-18 Uhr
www.kunstverein-schwetzingen.de

Weiter Infos auch unter
www.susanne-neiss.de

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